Time to change - Irish Wolfhound

 

Wie kommt man zu einem Irish-Wolfhound?

 

Ganz einfach, man geht ohne Vorahnung zu einer Messe, schlendert über die einzelnen Stände, steigt etwas umständlich über eine Artrappe und siehe da! Die vermeintliche Attrappe erhebt sich und zwingt mich zu einer etwas unförmig aussehenden Grätsche. Beinahe wäre ich auf die Nase gefallen, konnte mich rechtzeitig fangen und ehe ich mich versah war ich Auge in Auge mit einem übergroßen grauen Pelztier, welches mich neugierig beäugte. Schreck und Neugierde hielten in diesem Moment die Waage und ich wusste nicht, sollte ich schreien oder in Ohnmacht fallen.
Nachdem ich meine Fassung wieder erlangt hatte, schaute ich mir den Grund meiner Verrenkung genauer an.

Es war ein Irish-Wolfhound.

Seit diesem Tag ging mir diese Rasse nicht mehr aus dem Kopf. Es mussten aber erst mehr als 15 Jahre vergehen bevor ich mich wieder näher mit dem Thema auseinander setzte.
Auf einer Veranstaltung zur Walpurgis-Nacht traf ich auf ihn. Groß, grau, sanftmütig, einfach genial. Ein langes, ausführliches Gespräch mit Frauchen und die alte Begeisterung stellte sich sofort ein. Zum Glück konnte ich meine Familie für diese Rasse ebenso begeistern, wie sie mich faszinierte. Wir erhielten ausführliche Infos und einen naheliegenden Ausstellungstermin.

An einem wirklich ungemütlichen Tag, typisch Hamburg Wetter, es regnete wie aus Eimern, machten wir uns auf den Weg zu der Veranstaltung. Schließlich wollten wir uns das Schauspiel, eine nicht vorhersehbare Menge Irish-Wolfhounds, nicht entgehen lassen.
Es war ein faszinierender Anblick, so viele Wölfe auf einmal und nicht ein einziger Wuff oder Grrrr. Keine Unruhe, keine Hektik, nur diese eindrucksvolle Präsenz dieser unglaublichen, wunderschönen, majestätischen Tiere. Ein Plausch hier, ein wenig Fachsimpeln da. Es war ein eindrucksvoller Nachmittag.

Ich stand gerade bei einer Vorführung, als ich meinen Mann von der anderen Seite des abgesteckten Geländes winken sah. Ich schlenderte gemütlich, schließlich wollte ich jeden erdenklichen Eindruck aufnehmen und den einen oder anderen Streichler los werden, zur Stelle, wo mein Mann sich zu einer Gruppe Irish-Wolfhound gesellt hatte und alle abwechselnd streichelte. Es war eine Hündin mit drei Welpen, die man als diese gar nicht mehr ansehen wollte. Schließlich ist ein vier Monate alter Welpe so groß wie ein ausgewachsener Schäferhund. Die drei Welpen hatten es sich auf und um Mutter Wolf bequem gemacht. Faules herumliegen ist den Wölfen anscheinend schon mit in die Wiege gelegt worden.
Wie man sich denken kann, hatten wir einen Welpen an der Leine und gingen eine Platzrunde mit ihm. Ein tolles Gefühl. Es konnte nicht anders kommen, wir fuhren mit unserem kleinen Wolfs-Mädel nach Hause und seit dem wollen wir sie nicht mehr missen.
Eigentlich wollten wir uns erst später nach einem Vierbeiner umschauen.
Nun lebt Lucky seit dem Sommer bei uns, stellt allerlei dummes Zeug an. Schuhe, Kindersachen, Socken oder Handys werden gnadenlos zernagt. Da ist der leckere Knochen langweilig geworden. Am schönsten ist es, wenn unser Sohn mit ihr auf dem Boden herumtollt oder mit ihr um die Häuser streift. Die beiden sind ein Herz und eine Seele.
Natürlich ist das Kinderzimmer die Wolfshöhle und die Schlafcouch der Hundekorb. Beides wurde beim ersten Betreten als dies angenommen und dementsprechend bewohnt sieht das Zimmer auch aus. Unser Sohn ist heil froh, daß er ein Hochbett hat und so dieses nicht teilen muss.

   

Mit den drei Katzen hat es bis heute keine Stresssituationen gegeben. Kommt Lucky ihnen zu nahe, wird dieses auch deutlich gemacht. Blut ist dabei, zum Glück, noch nicht geflossen.
Man geht sich halt aus dem Weg.

Tja, und ab März 2002 sind wir dann genauso stolz auf unseren Zuwachs.....ein kleiner Wolfs-Junge.

   

 

©2004 gestaltet von Angelika Domscheit